Was ist der pH-Wert?
Der Begriff pH-Wert steht für „Potenzial des Wasserstoffs“ und leitet sich von dem lateinischen Begriff pondus hydrogenii oder potentia hydrogenii ab. Chemisch gesehen ist der pH-Wert eine Maßeinheit, die den sauren beziehungsweise basischen Charakter einer wässrigen Lösung misst. Der entsprechende Wert wird durch die Anzahl der sich in der Lösung befindlichen Wasserstoffionen bestimmt. So besitzen saure Lösungen eine hohe Konzentration an Wasserstoffionen, während basische (alkalische) Lösungen eine niedrige Konzentration aufweisen. Die übliche Skala des pH-Werts reicht von 0 bis 14, wobei 7 als neutral gilt. Alles unter einem Wert von 7 wird als sauer eingestuft, alles darüber als basisch.
Beispiele für verschiedene pH-Werte
Grundsätzlich verfügen alle wässrigen biologischen Systeme über einen pH-Wert. Er ist unentbehrlich für das Leben auf der Erde und bildet die Basis für zahlreiche grundlegende Prozesse von Organismen. Um einen reibungslosen Ablauf dieser Funktionen zu garantieren, ist der pH-Wert sehr genau auf seinen jeweiligen Wirkungsbereich abgestimmt. Schon geringe Schwankungen und Abweichungen können zum Teil weitreichende Folgen haben. Um das Spektrum besser einordnen zu können, findest du hier eine kleine Übersicht zu wässrigen Lösungen und ihren jeweiligen pH-Werten.
- Das wohl bekannteste Beispiel für einen neutralen pH-Wert (7) ist reines Wasser.
- Magensäure hat einen pH-Wert von ungefähr 2 und wird als stark sauer eingestuft.
- Der pH-Wert von Cola liegt bei 3 und gilt damit als sauer.
- Die Mundhöhle weist einen pH-Wert von etwa 6 auf und ist somit leicht sauer.
- Allzweckreiniger verfügt über einen pH-Wert von 9, wodurch er als basisch gilt.
- Natronlauge ist mit einem pH-Wert von 13 bis 14 stark basisch.
Welche Bedeutung hat der pH-Wert für die Haut?
Die Haut ist ein wahres Multitalent, das zahlreiche Aufgaben für unseren Körper und unser Wohlbefinden übernimmt. Unter anderem erfüllt sie wichtige Schutzfunktionen. Dafür ist die Haut von einem unsichtbaren, dünnen Wasser-Fettfilm umhüllt – dem sogenannten Hydrolipidfilm oder Säureschutzmantel. Er setzt sich aus Wasser, Schweiß, Talg, hauteigenen Fetten (Lipiden), Aminosäuren und Hornzellen zusammen. Dieser Film bewahrt die Haut vor dem Austrocknen sowie vor dem Eindringen schädlicher Mikroorganismen und ist Teil der Hautschutzbarriere. Mit einem durchschnittlichen pH-Wert von 4,5 bis 6,5 hat der Säureschutzmantel ein leicht saures Milieu. Dies spielt eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Barrierefunktion der Haut, denn in dieser fein abgestimmten Umgebung fühlen sich „gute“ Mikroorganismen sehr wohl. Hier spricht man auch vom sogenannten Mikrobiom. Was ist das Mikrobiom der Haut?
Auf unserer Hautoberfläche siedeln Milliarden von Mikroorganismen, die nützlich und wichtig für die Haut sind. Dazu gehören vor allem verschiedene Bakterien, aber auch bestimmte Viren und Pilze. Sie unterstützen die Haut dabei, schädliche Einflüsse und Erreger von außen abzuwehren. Ändert sich der pH-Wert der Haut, gehen die idealen Lebensbedingungen für die nützlichen Mikroorganismen verloren. An ihrer Stelle haben es potenziell schädliche Bakterien und Viren einfacher, sich auf der Haut anzusiedeln und ihr Wohlbefinden zu beeinflussen. Wie wirkt sich ein veränderter pH-Wert auf die Haut aus?
Gerät der pH-Wert der Haut aus dem Gleichgewicht, bleibt dies nicht ohne Folgen. Zwar kann normale Haut kurzzeitige Verschiebungen des pH-Werts innerhalb weniger Stunden selbst wieder ausgleichen, diese Fähigkeit ist jedoch begrenzt. Bei Babys, im Alter sowie bei bestimmten Hautanliegen ist die Möglichkeit der Selbstregulierung sogar noch eingeschränkter. Wird der Säureschutzmantel wiederholt und über einen längeren Zeitraum beeinträchtigt, trocknet die Haut aus. Sie wird empfindlicher und zudem durchlässiger für unerwünschte Bakterien, Allergene und andere Erreger. Häufig kann es zu Spannungsgefühlen, Rötungen, Juckreiz und Trockenheitsfältchen kommen. Was beeinflusst den pH-Wert der Haut?
Der pH-Wert der Haut kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Diese können einzeln, aber auch zusammen auf die Haut einwirken. Dabei wird zwischen inneren (endogenen) und äußeren (exogenen) Einflussfaktoren unterschieden.
Innere Faktoren
Die inneren Faktoren sind besonders vielseitig, können aber nur begrenzt oder oft auch gar nicht durch uns verändert werden. Hierzu zählen unter anderem:
- das biologische Alter und die natürliche Hautalterung
- eine genetische Veranlagung zu trockener, empfindlicher Haut
- hormonell bedingte Einflüsse, beispielsweise durch Schwangerschaft, hormonelle Verhütungsmittel, Menstruation oder die Wechseljahre
- chronische Hautanliegen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte
- bestimmte Erkrankungen, zum Beispiel Diabetes
Äußere Faktoren
Äußere Faktoren können wir in vielen Fällen durch eine Anpassung unserer Gewohnheiten und Verhaltensweisen beeinflussen. Zu den äußeren Faktoren gehören:
- Umwelteinflüsse wie Luftverschmutzung, UV-Strahlung, Temperaturschwankungen und trockene Luft
- zu häufiges Waschen, insbesondere mit heißem Wasser
- die Verwendung falscher Reinigungs- und Pflegeprodukte für die Haut
- Kontakt mit Chemikalien und anderen Reizstoffen, beispielsweise berufsbedingt
- verschiedene Medikamente, darunter Antibiotika oder Chemotherapeutika
Fazit: Optimaler pH-Wert – Deine Haut im Gleichgewicht
Der pH-Wert spielt eine entscheidende Rolle für den Zustand und das Wohlbefinden der Haut. Verschiedene Einflüsse können dazu beitragen, das empfindliche Gleichgewicht der Haut und ihrer Schutzfunktionen zu stören. Häufiger Kontakt mit heißem Wasser sowie die Anwendung ungeeigneter Reinigungsprodukte können den Säureschutzmantel der Haut angreifen. Das kann insbesondere bei empfindlicher Gesichtshaut zu Trockenheit und Irritationen führen. Indem du einen Gesichtsreiniger verwendest, der den natürlichen pH-Wert der Haut berücksichtigt, unterstützt du die Hautschutzbarriere und förderst einen frischen, rosigen Teint.
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Veröffentlicht am 09.01.2024
